Trend "Natural Running", die neuen Schuhe und was sich ändert!

Der Trend der sog. Minimalisten oder auch Barfußschuhe soll das natürliche Laufen wieder ermöglichen. Sprengung (Gefälle von Ferse zu Zehenbereich), Fußbett, Flexibilität sind hier die Stichworte. Das folgende Video erklärt das Prinzip der Barfußschuhs und zeigt auch, dass es ganz so einfach nicht ist, und dazu eine ausgedehnte Umstellungsphase erforderlich ist.

Why PaleoBarefoots® are so different!


Unsere Füße sind eigentlich fürs Laufen ohne Schuhe und Naturböden gemacht. Doch nach Jahrzehnten mit Dämpfung  und Führung muss sich der moderne Läufer erst vorsichtig ans „Barfußlaufen“ herantasten, um einen gesünderen und effektiveren Laufstil zu entwickeln.

Eigentlich müssten wir alle barfuss und auf vorzugsweise weicheren Böden laufen, denn ausschließlich dafür hat die Natur unsere Füße konstruiert. Diese These vertreten immer mehr Orthopäden. In prähistorischer Zeit sind die Menschen bis zu 40 Kilometer und mehr am Tag gelaufen. Und das natürlich völlig ohne Schuhe.

Da sich die letzten 10.000 Jahre unserer Entwicklung noch nicht in unserem Erbgut niedergeschlagen hat, sind unsere Füße heute die gleichen wie damals. Gesunde Menschen kommen mit Füßen auf die Welt die für das Barfußlaufen gemacht sind. Kinder laufen bspw. genau so, wie es der Biomechanik des Fußes entspricht – bis dann die ersten Schuhe kommen. Bis dahin setzen sie instinktiv den Fuß nicht mit der Ferse auf, sondern mit dem Mittel- und Vorderfuß. 

Kinder haben noch ein sehr direktes Verhältnis zu ihrem Körper und wissen genau, dass es weh tun kann mit der Ferse aufzukommen. Von den Kindern lernen, heißt wieder natürlich laufen lernen. Denn  die meisten modernen Menschen in den Industrieländern, haben im Laufe ihres Lebens die Fähigkeit verloren, instinktiv so zu laufen, wie für ihre Füße ideal wäre. Stark gedämpfte Sport- und Laufschuhe die den Fuß stützen und führen, verhindern natürliche Bewegungen und die direkten Umwelt- und Untergrundreize die unser Gehapparat für abgestimmte Reaktionen und Bewegungen braucht.

Egal welche Minimalisten oder Barfußsschuhe man schließlich wählt, allen wirklichen Läufern ist das Training mit diesen Schuhen (wie auch mit PaleoBarefoots®) zunächst nur sehr dosiert zu empfehlen. Nämlich genau so lange, bis sich der Fuß allmählich wieder an die Belastung des Barfußlaufens angepasst hat. Besonders vorsichtig sollten hier Läufer sein, die bislang viele Jahre und Kilometer in herkömmlichen, gut gedämpften und den Fuß unterstützenden Laufschuhen liefen. Sie sind zwar meist gut trainiert, haben jedoch genau durch einseitiges Training auf ebenen Böden Defizite in der Fußmuskulatur. Beim zu frühen Versuch große Strecken in Barfuß-Laufschuhen zu absolvieren drohen deshalb Überlastungen.

Für Laufeinsteiger dagegen sind Barfuß-Laufschuhe beinahe uneingeschränkt zu empfehlen (solange sie nicht ausschließlich auf ebenem, harten Untergrund eingesetzt werden). Wer noch nicht lange und weit läuft, sollte seine ersten Versuche ruhig darin machen. Bei Anfängern sind Füße und restlicher Körper im gleichen (untrainierten) Trainingszustand. Das Training der Fußmuskulatur trainieren so von Beginn an alle anderen Bereiche harmonisch mit und stimmt sich aufeinander ab.

Wenn sich Sehnen, Bänder und Muskeln schließlich genügend an das „urmenschliche“ Laufen angepasst haben, kann und sollte man weiter bei Barfußschuhen bleiben. Doch bis dahin ist es für die meisten ein langer, weiter Weg, der viele Monate dauern kann. Für gestandene Läufer werden die neuen Barfußtrainer neben den herkömmlichen Tretern wohl noch über längere Zeit Zweitschuh bleiben.