Mehr als 200 Meilen mit den Paleos®!

Der erste unabhängige Langzeittest der PaleoBarefoots® wurde nun von BarefootRunningUK veröffentlicht. Das Magazin hat den Schwerpunkt Barfußlaufen und den Einsatz von minimalistischen Schuhen unter natürlichen Bedingungen - genau der richtige Platz für unser außergewöhnliches Barfuß-Konzept!

An dieser Stelle herzlichen Dank an Anna Toombs und ihr Team aus der Redaktion und natürlich Ian Hicks, den Autor des unten stehenden Berichts. Ian testete die PaleoBarefoots® PRONATIV inzwischen 5 Monate und über mehr als 200 Meilen.

Wir haben uns um bestmögliche Übersetzung seines Berichts bemüht. Klicke hier um die gesamte englische Original-Ausgabe Sommer 09/2013 zu lesen.

Mehr als 200 Meilen mit Paleos®!

Testbericht Ian Hicks 09/2013

(Barefoot Running Magazine Ausgabe 9 Summer 2013)!

Ian Hicks Barefoot Running UK

Der erste Eindruck:

Die Schuhe haben ein tolles Design, sehr interessant, ich kann es kaum erwarten sie auszuprobieren. Sie haben etwas von einem mittelalterlichen Ritter-Look. Tatsächlich sind sie ihre eigene Kategorie und lassen sich nicht mit konventionellen 'Barfuß' „Schuhen“ vergleichen.

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Mein nächster Eindruck, als ich sie aus der Metallbox nahm: Das Gewicht. - Für Minimalisten fühlen sie sich im ersten Moment etwas schwer an. Doch sie sind weitaus weicher als ich es mir vorgestellt hatte und extrem flexibel dazu: flexibler noch als eine Socke - wenn das überhaupt möglich ist. Sie werden in einer schönen Metallbox und inkl. einem Paar Futter-Socken und mit Knöchelbändern geliefert. Sogar Laufsocken gibt es optional für sie. Dann noch ein Benutzerhandbuch, das im Grunde erklärt, dass man es bei wenig Barfußerfahrung langsam angehen sollte. Sicherlich ein sehr guter Rat!

Die ersten Schritte im Haus auf Teppich und Laminatboden waren eher enttäuschend. Doch dazu sind sie auch nicht gemacht! Ihre Bestimmung sind natürliche Böden draußen und keine harten, glatt polierten Oberflächen im Haus. Als ich sie dann auf meiner üblichen Laufroute ausprobierte änderte sich mein Eindruck von ihnen völlig; nämlich ganz ins Gegenteil – zu purem Vergnügen und Genuss.

PaleoBarefoots® haben Seriennummern!

Eins mag ich an den PaleoBarefoots® Pronativ ganz besonders: Jedes Paar wird mit einem Metall-Emblem an der Außenseite ausgeliefert, das eine individuell geprägte Seriennummer trägt.

Die Website des Unternehmens weist explizit darauf hin, dass diese Schuhe für den Einsatz auf natürlichem Untergrund konzipiert sind und nicht geeignet sind, auf harten, glatten Oberflächen oder Straßen zu laufen. Aus diesem Grund basieren auch alle nachfolgenden Testergebnisse auf entsprechenden Umgebungsbedingungen die anteilig nur wenige Straßen beinhalteten.

Design/Styling

Die Pronativ sind einzigartig. Ich denke, sie sind wie mach andere Dinge - entweder man liebt den Look oder man tut es nicht! Ich persönlich liebe ihr Aussehen. Sie waren anders als alles, was ich vorher je getragen hatte. Ich finde sie jedoch nicht ungewöhnlich auffällig, da ich mir als Barfußläufer grundsätzlich keine Gedanken über die Blicke anderer mache.

Passform

Die Passform ist insgesamt gut. Auch das Schnellspanner-Schnürsystem funktioniert perfekt. Um sie anzuziehen, wird es nur etwas gelockert und man kann hineinschlüpfen. Dann zieht man die Schnürung von vorne bis hinten zu und fixiert die Bänder am Fersenschloss. Das Schloss ist von guter Qualität und auch nach einem zweistündigen Lauf hat es sich nicht gelockert. Ich persönlich bevorzuge es, sie sicher am Fuß zu spüren und habe sie deshalb etwas fester geschnürt. Sicher Geschmackssache jedes Einzelnen.

Weil sie so flexibel sind, werden die Füße in ihrer natürlichen Bewegung in keiner Weise eingeschränkt. Die beiden Schoner, die mit den Paleos geliefert werden, können getragen werden, wenn einen die Bewegung des Materials stört und um vielleicht ein wenig mehr Komfort zu haben. Allerdings glaube ich nicht, dass sie wirklich notwendig sind. Die Hersteller hatten wohl die Sorge, dass dieses Zubehör bei empfindlichen Füßen um den Knöchel und auf dem Spann sinnvoll sein könnte. Obwohl ich es auch erwartet hatte, reiben sie tatsächlich nicht und nach einem Lauf von 2 Stunden zeigte sich lediglich ein leichter Abdruck – wahrscheinlich auch deshalb, weil ich sie etwas fester geschnürt hatte.

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Nach dem Einstellen der Bänder fühlte sich der Bereich über den Zehen etwas eng an. Auch nach mehreren Versuchen sie anders zu schnüren ließ sich dies nicht verbessern. Wahrscheinlich kommt mein Eindruck daher, weil ich das Tragen von Schuhen nicht unbedingt gewohnt bin. Einmal losgelaufen fühlte ich – und konnte es auch durch das Gewebe beobachten – dass sich meine Zehen ungehindert spreizten können - und das Gefühl von Enge war vollständig verschwunden.

Generell ist anfangs der Sitz an Zehen und Vorderfuß etwas seltsam, während sich der Vorderschuh aber gleichzeitig insgesamt locker  anfühlt. Ich denke dies ergibt sich aus dem überaus flexiblen Gewebe – es ist eben alles anders als bei irgendeinem anderen Schuh. Ich frage mich, ob separate Zehenfächer wie bei den VIBRAM FiveFingers (VFFS) das ändern würde. Aber wie gesagt: Einmal im Lauf ist dies kaum ein Problem.

Ich habe eine griechische Zehenform: Meine zweite Zehe ist länger als meine große Zehe. Bei einem Lauf entwickelte sich einmal eine kleine Blutblase an der Spitze meiner zweiten Zehe, jedoch nur an einem Fuß. Es verursachte mir keine Probleme und passierte danach auch nie mehr wieder.

Ein Hinweis zur Größe: Ich habe die UK-Größe 12 (EU47). Zum Test wurden mir die Größen 11 und 12 geschickt. Ich empfand die Größe 12 schließlich besser, obwohl ich bei einer etwas weniger festen Schnürung auch die 11 tragen könnte.

Qualität

Die Qualität dieser Schuhe hält, was man von deutscher Fertigung erwartet. Sie sind von sehr hoher Qualität und damit quasi der Mercedes im Minimal-Schuh-Markt! Das Gewebe aus dem die Paleos gefertigt werden besteht aus rostfreiem Edelstahldraht mit einem Durchmesser von 0,55 mm. Der Außendurchmesser jedes Ringes beträgt 4 mm. Damit ergibt sich pro m² eine Anzahl von ca. 134.700 einzelnen Ringen. Das Gewebe hat dabei eine sehr glatte Oberfläche und die Ringe sind weit glatter als ich es erwartet hatte.  Jeder Ring kann sich dabei einzeln und frei im Gewebe bewegen.

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Mit den Paleos schickte mir das Unternehmen auch einen Schlüsselanhänger aus dem gleichen Edelstahlgewebe. An ihm habe ich schließlich ausprobieren können wie widerstandsfähig das Gewebe tatsächlich ist. Ich legte das Material auf einen spitzen Stein und schlug mehrfach mit einem schweren Hammer darauf bis ich irgendwann in der Lage war, einige Ringe zu zerstören. Ich kann jedem verbindlich versichern, dass nur ein kleines Loch entsteht und sich nicht gleich der gesamte Schuh auflöst. Derartige Kräfte würden beim Laufen natürlich niemals auftreten und wenn, würde es vor dem Gewebe erst mal die Füße zerstören.

Ich habe nun vollstes Vertrauen in ihre Haltbarkeit und Schutzwirkung. Wenn man diese Schuhe auf natürlichen Untergründen trägt – wozu sie ja konzipiert sind - bin ich sicher, dass sie herkömmliche Schuhe um viele Jahre überdauern werden. Ich habe sie während des Testens sehr gefordert und konnte danach keine Schadstellen entdecken.  Selbst nach mehr als 100 Meilen (zum Zeitpunkt der Berichterstellung im Juli - bis September inzwischen mehr als 200 Meilen) auf wechselnden Untergründen konnte ich keine nennenswerten Verschleißerscheinungen sehen.

Eigenschaften/Leistungsmerkmale

Minimal Schuhe sollten so leicht wie möglich sein. Man denkt, je leichter der Schuh desto effizienter wird der Lauf. Berücksichtigt diese Aussage auch wie flexibel ein Schuh sein sollte? Die Pronativ sind extrem flexibel und behindern den Fuß in keiner Weise.

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Das eventuell leicht höhere Gewicht spielt dann beim Laufen auch keine Rolle mehr. Besonders auf matschigem Untergrund funktionieren sie hervorragend. Dort haben sie einen sehr guten Gripp und ich kam kaum ins Rutschen.

Das Unternehmen sagt auf der Website, dass der Grip auch auf Schnee und Eis sehr außerordentlich sein soll. Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit, dies zu testen und kann noch keine Aussage dazu machen.

Noch eine Anmerkung zur Pflege: Um sie nach einem Lauf zu reinigen, gibt es gleich mehrere Optionen. Man kann sie einfach unter fließendem Wasser mit etwas Seife auswaschen, sie in die Spülmaschine packen oder in einem Wäschebeutel in der Waschmaschine mit waschen. Ich habe alle Methoden ausprobiert und kann sagen, dass alle sehr gut funktionieren.

Anschließend habe ich sie jeweils zum Trockenen einfach an den Boiler gehängt. Das Metall kann natürlich oxidieren und graut nach. Da sie jedoch so leicht zu reinigen sind, ist dies ebenfalls kein Problem. Auch hatte ich erwartet, dass sie beim Laufen Geräusche machen würden. Beim Laufen im Wald stellte sich dann heraus, dass genau dies nicht der Fall ist, vermutlich weil das Gewebe sehr viel weicher ist als es auf den ersten Blick aussieht.

Barfuß Simulation

Dies ist es, wo sie wirklich brillieren. Man fühlt wirklich alles genau so als würde man barfuß gehen. Da es sich im Grunde nur um ein Netz und nicht eine durchgehende Schicht handelt, versetzten sie einen in die Lage den Boden unmittelbar über die Fußsohlen genau zu fühlen: warm, kalt, nass, rau und glatt... Besonders das Laufen durch Wasser ist eine tolle Erfahrung. Vollkommen ohne die Angst auf etwas Scharfes zu treten, das man durch das Wasser nicht sehen kann, ist man in der Lage, vollständig zu entspannen und zu genießen.  Und natürlich läuft das Wasser direkt durch diese Minimalisten hindurch.

Pronativ sind sehr nahe an Barfuß und gaben mir stets das Vertrauen, auch auf sehr unwegsamem Gelände sicher zu laufen. Man läuft in sehr entspannter Körperhaltung, was für das Laufen sehr wichtig ist. Ich konnte meinen Blick mehr auf die Landschaft richten und die Umgebung und die Natur genießen anstatt zwei Meter vor mir alles zu beobachten.

Sie geben hervorragendes Feedback des jeweiligen Untergrunds und man nimmt jedes Detail wahr. Pronativ nimmt dabei nur die wirklichen Spitzen heraus, was meinen Lauf sehr angenehm machte. Ich hatte immer unmittelbares Barfußempfinden, doch ohne die Sorge auf etwas zu treten, was meinen Füßen größeren Schaden hätte zufügen können.

Der Preis

Dies ist der harte Teil! Der Preis der am 13. Juni 2013 auf der Website ausgewiesen war lag bei € 191,60 (exkl. 19% MwSt. und Versand), was auf den ersten Blick ziemlich schockierend wirkt. Wenn man allerdings einige Dinge berücksichtigt, ist der Preis durchaus angemessen. Erstens liegen die Kosten für das Rohgewebe schon bei rund 500 € pro m². Zweitens ist die Fertigung des Produktes eine recht zeitaufwändige Geschichte. Drittens ist die Qualität des gesamten Objekts ausgezeichnet.

Gesamteindruck

Wie jeder wahrscheinlich gemerkt hat, bin ich sehr zufrieden mit den Pronativ und kann sie nur sehr empfehlen. Für alle Barfußläufer sind sie ein echtes Muss. Die Kombination von hervorragendem Barfußempfinden und ihrer Flexibilität machen sie ideal für Geländeläufe - so nahe an barfuß wie man es sich nur wünschen kann.

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Ich kann nur jeden dazu auffordern, sie unbedingt auszuprobieren - es sind wirklich sehr gut durchdachte Schuhe und scheinbar von jemandem, der genau weiß, was Barfußlaufen bedeutet.

Ich tue mich etwas schwer, zu sagen, was an ihnen besser sein könnte. Vielleicht, dass sie oxidieren und dann einen grauen Schleier auf dem Fuß hinterlassen. Der aber lässt sich einfach mit Seife und Wasser entfernen und die Pronativ selbst sind ebenso leicht zu reinigen.  

Meiner Meinung nach passen die PaleoBarefoots zu allen Anwendern der VFF, da sie nicht einschränken und den gesamten Fuß bedecken. Ebenso passen sie aber zu Xeros-  und bspw. Luna-Nutzern, da sie perfekt das freie, offene Barfußgefühl vermitteln.

Das Gewicht (je nach Größe 200-240g) wird einige Leute auf den ersten Blick vielleicht stören, wie es anfangs auch bei mir war. Doch nachdem ich erst mal mit ihnen gelaufen bin, hatte ich dieses Gefühl nicht mehr.

Recommend!

Sie sind nicht wie andere Minimalschuhe, die man einfach in den Shorts verstauen kann. Eher sollte man sie während der gesamten Laufstrecke tragen. Zwar kann man sie auch in der Hand halten, doch finde ich das nicht ideal. Schön wäre hier ein Zubehör, um sie sicher verstaut an der Hose zu transportieren.

Ich habe es sehr genossen, die PaleoBarefoots® Pronativ zu testen. Sie machen sehr viel Spaß und ich werde sie weiterhin bei allen Gelegenheiten nutzen, wenn der Untergrund für barfuß zu taff wird und wenn ich in Matsch und Schlamm zusätzlichen Halt brauche.

Ich bin sicher, das Unternehmen wird ein großer Player im  Barfuß- / Minimal Schuh-Markt werden - mit einem Produkt wie dem Pronativ habe ich da keine Zweifel.

Getestet von Ian Hicks BarefootRunningUK